Die kleinen Wunder des Seins

Aktualisiert: Sept 17

Achtsamkeit

für alle…

Der Ursprung der Achtsamkeit liegt im Buddhismus - heute wird sie emsig wissenschaftlich untersucht, um über die sich intuitiv erschließenden Wirkungen hinaus ihre vielseitigen Effekte zu untersuchen.

Es ist Dienstag Abend und ich beginne diesen Beitrag zu schreiben. Ich denke darüber nach, was mein Meditationslehrer Bruno heute gesagt hat, dass der Geist ein von Ast zu Ast hüpfender Affe sei. Ich merke das meist erst, wenn ich mich im Außen beruhige. Dann geht’s los… Er will Stoff, der kleine Verwandlungskünstler.

Es ist ein Kommen und Gehen. So ist er eben.

In der Achtsamkeitspraxis geht es darum das alles wahrzunehmen ohne zu urteilen.


Die Übung klingt einfach.

Wenn man sie sitzend übt, geht sie so (Es gibt verschiedene Möglichkeiten.): Man sitzt dabei gerade mit aufrechter Wirbelsäule, denn in dieser Haltung wird ein Bereich im Gehirn aktiv, der das Wachsame und Aufmerksame in uns unterstützt. Der Sitz soll aber gleichzeitig bequem sein und nicht verkrampft, die Füße auf dem Boden, wenn man auf einem Sessel sitzt. (Man muss nicht wie ein Yogi sitzen können – manche Hathayogafans ärgern sich jetzt vielleicht.) Die Augen können geschlossen werden oder sie fixieren einen Punkt im Außen. Nach und nach kommt man zur Ruhe und beobachtet still was im Geist passiert. Der Versuch es nicht festzuhalten wird dadurch unterstützt, dass man sich zum Beispiel auf das Ein- und Ausatmen, oder auf die Bewegungen im Körper dabei, besinnt. Immer wieder – wirklich immer wieder. Es ist eine Übung. Sie braucht Geduld und Durchhaltevermögen.

Die Übung beinhaltet auch - kein Problem daraus zu machen, wenn der Geist wieder abschweift, denn das ist ja seine Natur. Es ist in Ordnung, denn beim nächsten Atemzug hat man wieder die wunderbare Gelegenheit es erneut zu versuchen.

Hinweis: Für Menschen mit sexueller Traumatisierung in ihrer Vorgeschichte kann es sicherer sein, die Bewegungen des Körpers beim Atmen oder andere Bewegungen des Körpers wahrzunehmen, anstatt nur den Atem.

(gehört bei Dr. Luise Reddemann in einem zweitätigen Seminar zu „Traumafolgen – Achtsamkeit – Mitgefühl“)

Man fängt klein an. Ein paar Minuten täglich können schon die Wunder des Seins etwas näher bringen.

Was sagt die Wissenschaft?

Regelmäßiges Achtsamkeitstraining wirkt sich positiv auf die Aufmerksamkeitsspanne aus und fördert die Konzentration. Es beugt dem kognitiven Abbau im Alter vor. Der Geist wird dadurch wieder offener für das Schöne, die Genussfähigkeit steigt dadurch ebenfalls an. Der alltägliche Normalmodus, der wichtig für selektive Aufmerksamkeit ist und auch seine Berechtigung hat, wird in der Achtsamkeitsübung aufgegeben zugunsten eines größeren Möglichkeitsfensters, in welchem sowohl Reize aus der Umwelt als auch die eigenen Gedanken und Empfindungen aufscheinen. (Blickhan 2017, Positive Psychologie)


Laut dem bekannten Flowerlebensforscher Csikszentmihályi findet sich ein positiver Zusammenhang zwischen Achtsamkeit, Flow und Leistungsfähigkeit. Durch die gesteigerte Konzentration infolge der Übung wird auch Flow erleichtert. (Flow bezeichnet kurz gesagt das völlige Aufgehen im gegenwärtigen Tun.)

Auch bei traumatisierten Menschen können Achtsamkeitsübungen beruhigend wirken, was eine gute Voraussetzung dafür ist, sich später eine tiefere Einsicht zu erlauben. (Reddemann, Seminar 2018)

Zurück zum Anfang

Heute habe ich wieder eine Erfahrung zum Thema Achtsamkeit machen dürfen. Danke an meinen hingebungsvollen Lehrer Bruno, der hier in Baden völlig selbstlos sein Wissen und seine Erfahrung teilt.


Woran erkenne ich einen guten Lehrer?


Er greift auf einen großen Erfahrungsschatz zurück, und sieht sich selbst als Übenden. Es ist da eine Bescheidenheit und auch eine Seinsqualität, die auf andere überspringt. Man spürt eine Authentizität in seinen Worten und Handlungen. Man fühlt sich in seiner Gegenwart wohl.


Achtsamkeit in den Alltag integrieren


Es ist möglich Achtsamkeit jederzeit zu praktizieren, wenn man möchte. Beim Schuhebinden, beim Abwaschen, im Gespräch, beim Spielen, beim Baden, beim Gehen und Stehen. Jede einfache Tätigkeit kann eine Einladung sein.


Wer sich zu dieser Methode hingezogen fühlt, findet es vielleicht einfacher sich erstmal einer Gruppe anzuschließen. Mit einer Anleitung eines passenden Lehrers fällt der Anfang meist leichter.


Ein so kurzer Beitrag wird der Achtsamkeit überhaupt nicht gerecht. Ich bin sicher ich werde später auf meinem Achtsamkeitsweg und später in diesem Blog das Thema immer wieder neu entdecken.


Literatur:

Blickhan, D. (2018). Positive Psychologie

Ein Handbuch für die Praxis (2. überarbeitete Auflage) Paderborn, Junfernmann Verlag.

Csikszentmihályi, M. (2002). Flow: The classic work on how to achieve happiness (Rev. ed). London: Rider.




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